08.11.2008 - SÜDKURIER
Horror im Mantel der Komödie
Obwohl die vier Schauspieler der „Berliner Compagnie“ mit der zuweilen witzigen kabarettistischen Aufbereitung ihrer Gaunerkomödie über die „aufhaltsame Privatisierung des Wassers“ oft glucksende Lachsalven zünden, gefriert den 500 Theaterbesuchern in der vollen Aula des Salem-College vorwiegend das Blut in den Adern. Denn ausgedacht sind bei den cartoonartig bebilderten, schnell wechselnden Szenen nur die Figuren. Erschreckende Realität ist der zugrunde liegende Sachverhalt.
Drei der Figuren präsentieren sich als raffgierige Unsympathen, die am „Blauen Gold“ schon gut verdient haben. Für eine gewisse Balance sorgt der vierte – ein vordergründig gemütvolles, drolliges Pummelchen, das allerdings genauso geldgeil nach profitablen Anlagen für das knapper werdende Trinkwasser schielt wie seine Mit-Mimen, darunter der pokerfacige „deutsche RWE“. Bevor sich das „Comic“ um die weltweite Auseinandersetzung um das Wasser zum Guten wendet, gibt Pummelchen die Krankenschwester in der Psychiatrie, wo die in Zwangsjacken gesteckten Raffzähne immer noch nichts raffen.
Engagiert wurde die Berliner Compagnie von der neun Frauen starken „Wasserkarawane“. Andrea Hahn, Mitglied der 2003 gegründeten kunst-politischen Bürgerinitiative, schickt einführend einige Aspekte voraus, bevor es losgeht mit der Räuberpistole vor erschreckend authentischem Hintergrund. Zum Beispiel, dass bereits heute über 50 Prozent des globalen Wasservorrates in den Händen zweier Konzerne (Veolia und Suez) sind, und dass RWE Deutschland hier weltweit die Nummer drei ist. Oder dass bei Fehlentscheidungen der zuvor nicht gefragte Bürger die Zeche über den Wasserpreis zahlt. Hahns Appell „wir können uns entscheiden, ob wir Teil des Problems, oder Teil der Lösung sein wollen“, stimmt aufrüttelnd bis nachdenklich.
Zur Halbzeit im Stück, nach Krieg und erfolgreich verlaufender Revolte gegen den Ausverkauf des Wassers verstecken sich geschmierte Politiker. Über die Dornenkrone marschieren Wassermonopolisten zum Hubschrauber. Das Drama geht weiter. 2003 Gewissensbisse vor Journalisten in der Wüste. 2006 treffen sich die Wasserhaie im Knast. „Die Zeiten sind vorbei, wo sich die Menschen enteignen ließen.“ Auf der Wendekulisse lacht die Sonne, und die zu Mitmenschen zurückverwandelten Akteure singen. „Klares Wasser ist schön“, und „Erfolgreich sich wehr‘n mit ‘nem Bürgerbegehr‘n.“. Das Publikum applaudiert. Viele tragen sich ein in die ausliegende Protestliste gegen die für das Jahr 2009 in der Türkei geplante Privatisierung des Wassers.
30.10.2008 - SÜDKURIER
Wasser muss Gemeingut sein
Interview mit Andrea Hahn
Der Cross-Border-Leasing (CBL)-Vertrag der Bodensee-Wasserversorgung hatte 2003 zur Gründung der „Wasserkarawane“ geführt. Im Lichte der jüngsten Entwicklungen lesen sich die Bedenken der Initiative vielleicht anders als damals. Einige Fragen dazu an Mitbegründerin Andrea Hahn:
Wer oder was steckt hinter der „Wasserkarawane“?
Wir sind eine Initiative von siebern Bürgerinnen mit engagiertem Umkreis, die sich nach Bekanntwerden der CBL-Geschäfte gegründet hat. Wir treffen uns bis heute regelmäßig, um das Thema Wasser unter verschiedenen Aspekten inhaltlich, künstlerisch und politisch zu beleuchten.
Was denken Sie, wenn Sie von den Problemen der BWV hören?
Tatsächlich ist genau das Szenario eingetroffen, das wir befürchtet hatten. Es bestärkt uns, weiterhin äußerst wach und achtsam, mit gesundem Menschenverstand, größere, unverständlich erscheinende Zusammenhänge durchschauen zu wollen, um uns zu einer selbstverantwortlichen Zivilgesellschaft entwickeln zu können. Entwicklung geht nur durch den Bürger, nicht an ihm vorbei!
Worum geht es der Gruppe?
Mit unseren Veranstaltungen wollen wir Bewusstseinsarbeit für das Wasser leisten. Wir sind der Meinung, dass das Wasser öffentliches, kommunal verwaltetes Gut ist, das auch bleiben muss und in die Obhut der Bürgerschaft gehört. Wer Wasser besitzt, hat auch Macht über unser wichtigstes Lebensmittel. Ohne Wasser sind wir erpressbar und bezahlen jeden Preis.
Welche Aktivitäten plant die „Wasserkarawane“ ?
Nach wie vor organisieren wir Vorträge, künstlerische und politische Aktionen. Genauso sind wir der komplexen Verbindung Wasser mit all ihren besonderen Eigenschaften auf der Spur.
Was versprechen Sie sich von dem Theater-Beitrag ?
Kunst kann berühren, motivieren, ermutigen, aufwecken – um bei der Gestaltung unserer unmittelbaren Zukunft selbst aktiv zu werden.
Sind die jüngsten Vorkommnisse für Sie ein Anlass, wieder etwas offensiver zu werden ?
Unbedingt, mit dem Vertrauen in unsere Kraft und Einflussnahme als Verbraucher. Wasser muss für alle Zeiten zu einem Gemeinschaftsgut erklärt und als solches verstanden werden.
Fragen: Hanspeter Walter
08.08.2006 - SÜDKURIER
Radolfzell(fw) "Bewegung fürs Wasser" - diesen Spruch haben sich sieben Frauen aus Überlingen zu Herzen genommen: Mit ihrer Initiative "Wasserkarawane" möchten sie die Menschen am See wachrütteln und dafür sorgen, dass in Zukunft sparsamer und vor allem verantwortungsbewusster mit dem "blauen Gold" umgegangen wird. Das Ziel der Frauen ist, mehr Bewusstsein für "unser Lebensmittel Nummer Eins" schaffen und gleichzeitig über Geschäfte mit dem Wasser informieren. Um dabei möglichst viele Menschen zu berühren, umkreisen die Sieben mit ihrem kunst-politischen Projekt seit 2003 in einer Art Karawane den Bodensee, wobei sie mit Hilfe künstlerischer und physikalischer Beiträge die Bedeutung des Wassers verdeutlichen möchten. Auch originelle Ideen finden in diesem Zusammenhang ihren Platz; und so wurde voriges Jahr sogar ein Kamel angeheuert, das dazu beitrug, die Philosophie der Initiative zu verbreiten: "Wasser verkörpert Leben. Es ist einzigartig, unersetzbar und ein fundamentales Recht für alle Menschen und Lebewesen. Aufgrund dessen darf es keine Ware werden oder gar der Gewinnmaximierung von Konzernen dienen. Somit darf es auch nicht privatisiert werden, denn kein Wasser zu haben, macht uns erpressbar", vertreten die sieben Frauen bei ihrem Stopp am Radolfzeller Konzertsegel ihre Position. Meistens bedarf es eines Steins, der ins Rollen gebracht werden muss, um Menschen aufmerksam zu machen. In diesem Fall stellt die Wasserkarawane jenen Auslöser dar und der Appell ist eindeutig: Wasser ist Leben, jedoch nicht unbegrenzt und selbstverständlich.
Die Wasserkarawane, eine "Bewegung für und rund ums Wasser", macht von Donnerstag, 1. September, bis Samstag, 3. September, in Lindau und Umgebung Halt. Die Globalisierungkritiker von "Attac" wollen mit verschiedenen Aktionen das Bewusstsein der Bürger für das Kulturgut Wasser schärfen.
Mit informativen, künstlerischen und musikalischen Aktionen rund um das Thema Wasser, will "Attac" das Wasser als Lebensgrundlage würdigen. Getreu dem Motto "Wasser ist Menschenrecht", will die Gruppe verhindern, dass internationale Konzerne mit der Ressource Profite machen.
Am Donnerstag, 1. September, um 20 Uhr beginnt das Programm von "Attac" in Wasserburg. In der Kultur- und Begegnungsstätte "Eulenspiegel" tragen Dorothea Ferber und Donata Höffer Texte, Klänge und Lieder zum Thema "Von vielen Wassern" vor.
"Wasser in Bürgerhand" heißt der Vortrag von Jens Loewe vom Stuttgarter Wasserforum. Er zeigt zu diesem Thema am Freitag, 3. September, um 19.30 Uhr in der Villa Lindenhof in Bad Schachen Probleme mit dem Kulturgut Wasser auf. Insbesondere weist er auf die Schwierigkeiten hin, die durch die zunehmende Privatisierung von Wasser hervorgerufen werden.
Am Samstag, 3. September, beginnt um 10 Uhr eine Veranstaltung am Musikpavillon in Lindau am Seehafen. Es gibt Musik von John Gillardund anschließend verschiedene kunstpolitische Aktionen auf der Insel. Ab etwa 13 Uhr zieht die Karawane weiter zur letzten Station nach Bregenz. Gestartet ist die Aktion in Überlingen und endet schließlich beim Wasserfest in Bregenz.}
"Attac" wurde ursprünglich gegründet als "Action pour une taxe Tobin d"aide aux citoyens". Auf deutsch bedeutet das "Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der Bürger". Bei der Tobin-Steuer geht es um die Besteuerung des internationalen Devisenhandels. Die "Attac"-Gruppe in Lindau ist ein Zusammenschluss von Menschen, die mit der gegenwärtigen Weltwirtschaft nicht einverstanden sind. Ob die "Attac"-Aktivisten das Wassertragen genauso elegant hinkriegen wie diese Afrikanerin, werden die nächsten Tage zeigen.
Lindau 05. September 2005
LINDAU - "Wasser und Daseinsvorsorge gehören in die Verfügungsgewalt der Bürger, müssen in kommunaler Hand bleiben. Es kann nicht sein, dass Wasser auf dem internationalen Aktienmarkt gehandelt wird." Jens Loewe lässt vor einem vollen Haus in den Lindauer Friedensräumen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.
Jens Loewe vom Stuttgarter Wasserforum schilderte ein Paradebeispiel für den Ausverkauf lebenswichtiger kommunaler Einrichtungen: Die Stadt Stuttgart hat ihre Wasserversorgung verkauft, bestehend aus dem Trinkwassernetz und der Wasserwerke im Stadtgebiet sowie der 33,3-prozentigen Anteile an der Landeswasserversorgung und der Bodenseewasserversorgung. Käufer ist das baden-württembergische Energieunternehmen EnBW AG, dessen Hauptaktionäre der französische Energiekonzern EDF (Geschäftsführung) und die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke sind. Das Ganze wurde im Stadtrat unter dem Tagesordnungspunkt 14 "Neuordnung der Energiebeteiligung" abgewickelt.
Loewe geißelt vor allem das Cross-Boarder-Leasing (CBL), mit dem Kommunen für einen Barwertvorteil öffentliche Einrichtungen an Anlegergesellschaften in den USA verkaufen und zurückmieten. Die Entscheider in den Kommunen wüssten nicht, was sie unterschrieben, glaubt Loewe. Sie erhielten eine Beschlussunterlage. Aber die bis zu 1500 Seiten langen CBL-Verträge nach US-Recht, die hohe Risiken für die Kommunen enthalten und deren Inhalt geheim gehalten werde, kennen sie nicht. CBL, für die Anleger ein Instrument zur Steuerumgehung, müsse trotz Gesetzesänderungen in den USA auch künftig im Auge behalten werden, warnt Loewe.
Loewe sieht eine "Verkleisterung der Begriffe", empfiehlt, "humanem Gesäusel" nicht zu trauen, wenn nicht klar gesagt werde, wer was will. Die Konzerne kauften weltweit - unter anderem in Bolivien und Indonesien - Wasser auf, unterstützt durch die Politik der USA und der EU. Um die UN-Millenniumsziele zur Trinkwasserversorgung zu erreichen, sollen auch Konzerne mit auf den Plan treten. "Wir müssen den Konzernen helfen, dass sie die Millenniumsziele erreichen", heißt es in einer Broschüre des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums. Loewe traut dem angeblichen Hilfsangebot der Konzerne nicht: "Konzerne wollen Gewinn machen, alles andere ist Unsinn. Wir helfen den Konzernen, an die Grundversorgung dranzukommen."
Loewe empfiehlt Widerstand, da könne man von den Bolivianern lernen, die sogar eine Verfassungsänderung forderten. Das feste Ziel des Stuttgarter Wasserforums ist es jedenfalls, den Verkauf der Stuttgarter Wasserversorgung rückabzuwickeln - "ein dickes Brett, das es zu durchbohren gilt", sagt Loewe. Einfacher sei es, im Vorfeld zu agieren, dort etwas zu bewirken, wo Wasser verkauft werden soll. Seit eineinhalb Jahren gebe es das bundesweite Netzwerk "Wasser in Bürgerhand". Es gelte, "kollektive Intelligenz" zu entwickeln, durch Wissensaustausch dazu beizutragen, dass neue Initiativen nicht bei Null anfangen müssen. "Lassen Sie uns nicht warten mit dem, was wir zu tun haben, denn wir sind die, auf die wir gewartet haben."
In der Diskussion reagiert eine Zuhörerin fassungslos auf das Gehörte: "Aber das Wasser gehört doch uns allen!" Und Lothar Höfler fragt: "Wie beurteilen Sie die Auslagerung von städtischen Betrieben, wie die der Lindauer Stadtwerke, in eine GmbH?" Loewe: "Auch damit wird der Bevölkerung die demokratische Kontrolle entzogen."
Die Wasserkarawane ist zwar beendet, das Thema bleibt aber aktuell. So gibt es im Eulenspiegel in Wasserburg am Mittwoch, 7.September, 20 Uhr eine Veranstaltung zum Thema. Zu sehen sind Filme über das millionenschwere Geschäft mit dem Wasser.
WASSERBURG (hip) Die "Wasserkarawane" zieht um den Bodensee und macht auf ihren Stationen zwischen Überlingen und Bregenz aufmerksam auf eines unserer wertvollsten Güter: das Wasser. Am Donnerstag war der "Eulenspiegel" in Wasserburg die Karawanserei und bot Raum für einen intensiven Abend mit Tönen und Texten.
Dieter Koschek, der die Veranstaltungen im Gasthaus "Eulenspiegel" organisiert, hat ein Glas Wasser in der Hand. "Wir drehen den Wasserhahn auf und haben sauberes, trinkbares und spottbilliges Wasser", sagt er. "Für 1,2 Milliarden der Menschen ist das ein größeres Problem." Ein Hinweis für einen sorgsamen Umgang mit dem kostbaren Nass. Und dafür, dass das Wasser in Bürgerhand bleibt und nicht privatisiert wird. Das ist auch das Anliegen der "Wasserkarawane", die mit unterschiedlichen Veranstaltungen rund um den Bodensee zieht. "Es ist beglückend, wie viele Menschen Anteil an unserem Weg nehmen", erklärt Andrea Hahn vom siebenköpfigen Organisationsteam.
Der Verstand gebietet es, das Wasser als Quelle des Lebens zu achten. Sängerin Dorothea Ferber und Schauspielerin Donata Höffer setzen vor knapp 60 Zuhörern beim Bauch an. Ferber sorgt mit Improvisationen auf verschiedenen Instrumenten und mit unglaublicher Stimm- und Ausdrucks- kraft für vielfältige Assoziationen. Ob Geige, Obertonflöte, Kalimba oder Muscheln: Es fließt ruhig, plätschert sanft, quält sich durch Hindernisse - und bricht sich mit Gewalt seine Bahn.
Donata Höffer untermauert die Kraft des Wassers mit Texten. Da sind auch immer Liebe und Begehrlichkeit im Spiel, bei den Gedichten und Erzählungen von berühmten und weniger berühmten Schriftstellern. Liebe und Wasser, das scheint eine lebenswichtige Verbindung. Wunderbar kommt das in einer Geschichte zu Tage, die sich die Inuit in Grönland erzählen. Dort bläst der Wind so hart, "dass das gesprochene Wort gefriert", dort gibt es einen Mann und einen Sohn. Und eine Frau zwischen Robbenhaut und Menschenhaut, die zurückkehrt ins Meer.WASSERBURG Die Wasserkarawane erreicht heute den bayerischen Bodensee. Bevor es morgen politisch wird, erwartet Interessierte heute ein eher künstlerisches Programm. Ab 20 Uhr singen und erzählen Donata Höffer und Dorle Ferber im Restaurant "Eulenspiegel" in Wasserburg "Von vielen Wassern". Zu hören gibt es Lieder aus der Renaissance, mythologische Geschichten, jazzige Improvisationen und mehr.
FRIEDRICHSHAFEN (lix) "Wasser gehört in Bürgerhände und nicht unter Konzernkontrolle". Mit solchem Slogan und der Wassershow des Performancekünstlers Mädir Eugster haben die Globalisierungskritiker von "Attac" am Dienstag dagegen demonstriert, Wasser zu privatisieren. Heute stoppt die Wasserkarawane in Wasserburg.
Noch bis 3. September zieht die so genannte Wasserkarawane rund um den Bodensee, nachdem sie am 28. August in Überlingen gestartet ist. 20 Globalisierungskritiker gehören dem Tross an, der sich den Schutz des Trinkwassers auf die Fahnen geschrieben hat und mit Kurzvorträgen, Shows und Plakaten die kostbare Ressource Wasser mehr und mehr ins Bewusstsein der angeblich "nichts wissenden Schwaben" rücken will. Nichts wissend deshalb, weil laut Attac die wenigsten wissen, dass die Bodenseewasserversorgung an einen US-amerikanischen Investor für 99 Jahre verliehen und wieder zurückgeliehen wurde, ein so genanntes Cross-Border-Leasing also. Kurzum: "Die baden-württembergische Bevölkerung bemerkt nicht, dass ihre Grundversorgung davon schwimmt", kritisierte Attac auf einem Flyer, fast nebenbei. Denn die Stars des Abends hatten ihren eigenen Zugang zum Thema Wasser: die Kunst.
Während Alexander Lauterwasser mit einem 45-minütigen Video deutlich machte, was Wasser als Urform aller Gestalten ausmacht und welche Vielfalt hinter dem Urbild Wasser steckt, ließ der Schweizer Mädir Eugster vom Tanztheater "Rigolo" aus St. Gallen ganz praktisch das Wasser laufen, nämlich über sich selbst. Von hinten orangefarben angestrahlt, entstanden so irre Farbmuster.
Südkurier 18.06.2005
Wasser? Marsch!
Wasserkarawane macht sich auf den Weg
Überlingen (hpw) Mit ihrem "kunst-politischen Aufbruch", wie sie es selbst nennt, will die "Wasserkarawane" am Bodensee die Menschen weiter für das Thema Wasser sensibilisieren, mit seiner Bedeutung für die Versorgung des Menschen, der politischen Dimension und seinem Erlebnisfaktor. Formiert hat sich die "Wasserkarawane" aufgrund der Cross-Border-Leasing-Geschäfte der Bodensee-Wasserversorgung, allerdings erst nachdem die Transaktionen längst getätigt worden waren. So blieb ihr nur, sich für eine Rückabwicklung einzusetzen, allerdings ohne Aussicht auf Erfolg.Mit Diskussionsveranstaltungen hat sie auf ihre Sorge vor Konflikten um die Ressource Wasser aufmerksam gemacht. Auch beim Überlingen Wasserfestival hat sie im Vorjahr mitgemischt. Das Thema Wasser bleibt für die Gruppe jedoch nach wie vor aktuell, mit all seinen Facetten. Daher wird sich Ende August eine echte Karawane zumindest auf den Weg um den halben See machen. Eine Woche lang führt die Tour über mehrere Stationen von Überlingen bis nach Bregenz. Der Auftakt ist mit einer Abendveranstaltung am 28. August vorgesehen. Einen Tag später führt die erste Etappe über Nußdorf und Uhldingen-Mühlhofen nach Meersburg. Friedrichshafen, Kressbronn, Wasserburg, Lindau sind die weiteren Stopps, an denen jeweils Aktionen und künstlerische Beiträge geplant sind. Zum Abschluss in Bregenz werden die Partner von "attac Vorarlberg" ein Event auf die Beine stellen.