Aktuelles


Der Film „Water Makes Money“ hat Geschichte geschrieben. Eineinhalb Jahre nach der überwältigenden Premiere in 150 Städten Europas äußerte sich bezeichnenderweise der Pressechef von Veolia Deutschland, Matthias Kolbeck wie folgt:
Leider richte sich Veolias Klage gegen den Film nicht auch gegen die deutschen Macher. Nachdem ein französisches  Rechtshilfeersuchen von den deutschen Behörden abgelehnt wurde, habe der französische Mutterkonzern die deutsche Veolia-Tochter aufgefordert, Leslie Franke und Herdolor Lorenz nach deutschem Recht zu verklagen. Veolia Deutschland habe dies Ansinnen aber nach reiflicher Überlegung abgelehnt mit der Begründung: Water Makes Money und die französische Klage gegen den Film habe dem Konzern bereits derart geschadet, sodass eine deutsche Klage diesen Schaden nur noch erhöhen könne.

Ist das nicht ein wunderbares Kompliment?! Nicht freiwillig hat der mächtige Konzern auf eine Klage in Deutschland verzichtet. Es scheint, die Angst vor der großen Öffentlichkeit hat Veolia eines besseren belehrt!

Bis heute haben fast 1,5 Millionen Menschen den Film gesehen. Diese Macht der Öffentlichkeit ist auch ein großes Kompliment an die vielen hundert engagierten Menschen, aktiven Gruppen und Bürgerinitiativen, die gegen die privaten Interessen der Wasserkonzerne kämpfen und Water Makes Money zu ihrem Werkzeug gemacht haben. Ein kleiner Sieg der Zivilgesellschaft.

Der Wermutstropfen: Die Klage bleibt noch anhängig ist nun ausgerechnet allein gegen Jean-Luc Touly und den französischen Filmvertrieb gerichtet, der den Film mit Sicherheit NICHT zu verantworten hat. Zwar pfeifen es die französischen Spatzen von den Dächern: Veolia wird es kaum nicht wagen, vor der Präsidentenwahl den mit dem Konzern eng verbundenen Sarkozy mit einem unpopulären Prozess zu beschädigen. Aber wir und Sie alle: Wir müssen wachsam bleiben und dann, wenn es zum Strafprozess kommt, die Öffentlichkeit herstellen, die dann auch unsere französischen Freunde vor Justizwillkür schützt. Noch immer werden ja die im Film dargestellten Fakten nicht bestritten. Nur „Korruption“ soll man es nicht nennen dürfen!

Seit Water Makes Money in 2008 begann, über die lukrative Ausbeutung der Lebensressource „Wasser“ mittels PPP aufzuklären, ist der Aktienwert von Veolia auf 13,28% (von 64,55 auf 8,57) gefallen und der Weltkonzern in eine schwere Krise geraten!

Sicher ist das nicht vor allem der Verdienst des Filmes. Aber nehmen wir nur das Beispiel Italien. Bei der Vorbereitung des nationalen Volksbegehrens gegen die Privatisierung der Wasserversorgung wurde eine italienische Fassung des Films landauf landab mehrere 100 male öffentlich vorgeführt (Diese Karte zeigt nur die lizenzierten  Aufführungen. (Auf ein lizenziertes Screening kamen mindestens 10 weitere nicht lizenzierte) Noch nie war in Italien ein nationales Referendum erfolgreich, da mindestens 50% der Wahlbürger mit "Ja" stimmen müssen - und das bei der erdrückenden Medienmacht Berlusconis! Das Volksbegehren war erfolgreich - und in Italien nannten dies viele eine "Kulturrevolution". Jetzt muss Veolia Aqua sich ganz aus Italien zurückziehen! Welch Niederlage für den erfolgsgewohnten Weltkonzern. Mittlerweile muss sich das Unternehmen unter dem Druck der Aktionäre sogar aus 40 von 77 Länder zurückziehen, in denen der Konzern bisher präsent war!

In Deutschland bleibt Veolia noch präsent. Dafür zieht sich sein Zwillingskonzern Suez komplett aus Deutschland zurück: Über Nacht verkauft Suez die Wasser- und Abwasserversorgung in Rostock, Schwerin, Goslar, Halle, Leuna, Saale-Unstrut und Rheingau an den deutschen Globalplayer Remondis.  Den Bürgermeistern wird es in den Ohren klingeln. Was hat Suez und auch Veolia doch in der letzten Zeit über Nachhaltigkeit, starke und zuverlässige Partner schwadroniert. Und über Nacht ist dann plötzlich der „starke Partner“ verschwunden, die Versprechen vergessen, und die Bürgermeister dürfen nicht im mindesten mitreden, im besten Fall werden sie nachträglich informiert, in wessen Hände die Wasserversorgung ihrer Bürger nun gerät. Ein Lehrstück an Verlässlichkeit, das Suez in Deutschland und Veolia in 40 Ländern der Erde gerade bietet!

Kein Wunder! Der Gedanke der Rekommunalisierung der Wasserversorgung wird allerorten mächtiger, und überall hilft  „Water Makes Money“ mit : Zeigt der Film noch die zentrale Figur der strukturellen Korruption in der Ile-de-France André Santini in der Funktion des Vorsitzenden des Wassereinzuggebiets Seine-Normandie, so haben sich die Kräfteverhältnisse mittlerweile derart verschoben, dass Anne le Strat, die Vorkämpferin des kommunalen Wassers, Santini aus dem Amt drängen konnte und nun selbst die Vorsitzende ist. Oder Berlin. Auch hier konnte der Film in zahllosen Veranstaltungen helfen, dass das Volksbegehren zur Aufdeckung der geheimen Verträge bei der Privatisierung der Berliner Wasserbetriebe erfolgreich war. Obwohl alle Parteien außer Teilen der Grünen gegen das Volksbegehren auftraten!

Mittlerweile gibt es Water Makes Money in sechs Sprachversionen (französisch, deutsch, englisch, spanisch, italienisch und portugiesisch) Noch immer gibt  es jede Woche irgendwo in der Welt mindestens ein Aufführung.

07.02.2012


DIE Welle - Ausgabe 12/2011
Der Leitspruch der Wasserkarawane "Bewegen fürs Wasser" hat auch jetzt noch Gültigkeit, denn die Initiative trifft sich regelmäßig, um am Thema WASSER mit all seinen Facetten dran zu bleiben.

Ausführlicher Text als Download


 

Cine-Greth präsentiert:

„Water Makes Money“

Mo. 16.05. - Mi. 18.05. - www.kino-ueberlingen.de

Dabei geht es um die Vormachtstellung von Konzernen wie dem französischen Veolia, dessen deutsche Tochter nicht nur in Berlin beteiligt, sondern deren „Veolia Umweltservice“ auch schon in Oberschwaben präsent ist. Dabei ist es um die Qualität des Wassers nach Privatisierungen in Frankreich, wie der Film zeigt, eher schlechter bestellt.


SÜDKURIER Überlingen 16.02.2011
Wasserkarawane zieht weiter

Überlingen (hpw) In Berlin setzten die Bürger jetzt per Volksentscheid ihre Forderung durch, Einblick in alle Verträge zu bekommen, mit denen die Hauptstadt ihre Wasserversorgung an ein privates Konsortium aus Veolia Wasser, RWE und Allianz verkauft hatte. Kritik gibt es heute nicht nur an überdurchschnittlich hohen Preisen.

Gut Geld verdienen wollte auch die Bodensee-Wasserversorgung (BWV) mit ihrem „Cross-Border-Leasing“, einem Verkauf und Zurückmieten der Anlagen von einem amerikanischen Trust. Teuer war vor allem die Rückabwicklung des Geschäfts, vor dem Kritiker der Nichtsregierungsorganisation Attac und die „Wasserkarawane“ am Bodensee vehement gewarnt hatten.

Die Initiative, die sich im Februar 2004 formiert hatte, befasst sich bis heute mit dem sensiblen Thema Wasser. „Wir wollen das Bewusstsein für unsere wichtigste Lebensgrundlage schärfen“, sagt Andrea Hahn, die mit der „Wasserkarawane“ weiter zieht: „Denn die meisten Veränderungen spielen sich unbemerkt hinter den Kulissen ab.“ Darauf will die Initiative auch mit dem Film „Water Makes Money“ aufmerksam machen, den sie am morgigen Donnerstag um 20 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Cine-Greth präsentiert. Dabei geht es um die Vormachtstellung von Konzernen wie dem französischen Veolia, dessen deutsche Tochter nicht nur in Berlin beteiligt, sondern deren „Veolia Umweltservice“ auch schon in Oberschwaben präsent ist. Dabei ist es um die Qualität des Wassers nach Privatisierungen in Frankreich, wie der Film zeigt, eher schlechter bestellt.

„Water Makes Money“, Do., 17. Februar, 20 Uhr Cine-Greth. Informationen im Internet: www.wasserkarawane.de


Nach der bisher überaus erfolgreichen Verbreitung des Films „Water Makes Money“ In Form von über 200 (Kino)-Vorführungen und mehr als 1000 DVDs, hat der im Film kritisierte französische Konzern VEOLIA in Paris gegen den Film Klage wegen „Verleumdung“ eingereicht. Noch ist nicht klar, was konkret man uns vorwirft. Der Konzern hat dennoch bereits erreicht, dass die französische Staatsanwaltschaft dem Antrag Veolias stattgegeben und einen Untersuchungsrichter bestellt hat. Dieser lässt jetzt mit Hilfe eines auch auf Deutschland ausgeweiteten Rechtshilfeersuchens polizeilich ermitteln.

Bis der Prozess eröffnet wird, kann es noch einige Zeit dauern. Noch darf der Film gezeigt werden. Und noch hält ARTE an der Planung fest, eine TV-Fassung am Internationalen Wassertag, am 22.3.2011 um 20h15 auszustrahlen. Doch ein Ausstrahlungs- bzw. Aufführungsverbot ist künftig nicht auszuschließen.

Veolias Versuch, unliebsame Filme aus der Öffentlichkeit zu verbannen, hat bereits Tradition. Als Leslie Franke und Herdolor Lorenz es 2005 wagten, in einem mit dem NDR koproduzierten Film („Wasser unterm Hammer“) über die Praxis der Geheimverträge bei der Teilprivatisierung der Berliner Wasserwerke aufzuklären, wurde der Konzern beim NDR vorstellig. Er erreichte nach eigenen Angaben sogar im Einvernehmen mit ARD-Chefredakteur Volker Herres, dass der Film nicht mehr ausgestrahlt werden durfte. Und das, obwohl der Dokumentation kein einziger inhaltlicher Fehler nachgewiesen werden konnte.

Wohl wissend, was es bedeutet, die Praktiken eines weltweit tätigen Konzerns zu durchleuchten, wurde für Water Makes Money praktisch jedes Wort von Anwälten in Hamburg und Paris hin- und hergewendet und überprüft. Auch bei ARTE wurde jeder Fakt noch einmal gegengeprüft. Dennoch wird sicherlich nicht allein auf juristischem Feld entschieden, ob es Veolia mit seiner Klage gelingt, dass der Film aus den Kinos und von den Bildschirmen verschwindet.

Dies wird ein Kampf David gegen Goliath. Selbst wenn wir in der ersten Instanz gewinnen, kann Veolia ohne öffentlichen Druck in die nächste gehen, und wenn nötig in die über- und übernächste. Für Veolia sind die Kosten solcher Verfahren Peanuts. Für Leslie Franke und Herdolor Lorenz kann das von Instanz zu Instanz potenzierte finanzielle Risiko aber ruinös werden.

Deshalb rufen wir auf: Lassen Sie nicht zu, dass Veolias Attacke auf „Water Makes Money“ unbeobachtet bleibt! Verhindern Sie, dass  Großkonzerne Kritik an ihrem Geschäftsgebaren  unterdrücken können! Verbreiten Sie die Infos über diese Attacke auf die Pressefreiheit über Ihre Netzwerke, so weit Sie können! Nutzen Sie Ihre Kontakte zur Presse, um diesen Fall breit in die Öffentlichkeit zu bringen! Wenn Sie von der Presse sind, bestellen Sie eine Ansichts-DVD, berichten Sie über den Fall!

Der Film „Water Makes Money“ darf noch verbreitet werden, kann noch aufgeführt werden: Machen Sie Veolia einen Strich durch die Rechnung! Die Infos des Films müssen noch breiter in die Öffentlichkeit – Organisieren Sie eine Aufführung des Films! Wenn Sie WMM schon gesehen haben, verschenken Sie die DVD! Helfen Sie mit, den Film möglichst weit zu verbreiten!
Leslie Franke, Herdolor Lorenz und Achille Du Genestoux haben jetzt schon hohe Anwaltskosten und viele andere Aufwendungen, um der Klage zu begegnen. Jede Aufführung, jede bestellte DVD, und immer noch jede Spende auf unserer Webseite rechts oben können auch helfen, die finanziellen Folgen abzumildern.

Über den Fortgang der Ereignisse werden wir Euch/Sie natürlich auf dem Laufenden halten.
Falls Sie noch nicht auf dem Verteiler sind oder sonstige Fragen haben, schreiben Sie an film@watermakesmoney.org

Ihr Water Makes Money - Team


GEW-Fortbildung Südwürttemberg am 9.10.2010:

Abenteuer Wasser – Quell des Lebens
Wasser spüren mit allen Sinnen -  Wasser wollen, ich und die Umwelt -  
Wasser denken in Zusammenhängen -  Wasser danken.

Eine Fortbildung der Wasserkarawane. Die Initiative besteht seit sieben Jahren. Auslöser war das Bekanntwerden der Cross-Border-Leasing-Geschäfte des Zweckverbandes der Bodensee-Wasserversorgung und die weltweiten Geschäfte mit Wasser. Mit ihren Aktionen am Bodensee setzt sich die Wasserkarawane für das Wasser ein. Ein ganz besonderes Anliegen ist es der Wasserkarawane, in der Bevölkerung das Bewusstsein fürs Wasser mit all seinen Facetten zu wecken. Bunt und vielseitig  gestaltet war dann auch dieser Bildungstag rund um das Wasser.

Frau Stolz-Wahle (GEW) und Joachim A. Böttinger (Bürgermeister der Gemeinde Frickingen) begrüßten an diesem Samstagmorgen die Teilnehmer. Den Auftakt bildete ein künstlerisches Brainstorming mit Wasserworten und Wasserformen auf Papier gemalt. Andrea Hahn (Kunstlehrerin) leitete damit in die Vielfalt des Wasserthemas ein. Christel Pohlhausen (Lehrerin, jetzt energetische Beraterin) informierte sehr ausführlich über das virtuelle Wasser. Nicht nur darüber, wie viel jeder Bundesbürger täglich verwendet, sondern insbesondere darüber, was für die Herstellung von Nahrungsmitteln, Bekleidung, Konsumgütern etc. an Wasser benötigt wird. So stecken z. B. in einem Blatt Papier 10 Liter an virtuellem Wasser, für die Herstellung eines PC werden 33.000 Liter Wasser benötigt.

Hans-Peter Rottler (Bildhauer) brachte uns sehr lebendig die Besonderheit des Wassers mit seinen vielfältigen Phänomenen näher. Über die bekannten chemisch-physikalischen Gesetzmäßigkeiten führte die Reise in die feinstoffliche Welt des Wassers,  u.a. veranschaulicht durch die praktische Anwendung eines eiförmigen, gläsernen Wasserwirblers.

Ein Fachmann aus der Wasserwirtschaft  verschaffte interessante  Einblicke in aktuelle Themen zur Trinkwasserverordnung, z.B. Untersuchung von Trinkwasser  und Trinkwassergewinnung.

Die Mittagspause wurde zu Gesprächen und Austausch genutzt. Und eine kleine Wanderung führte dann schließlich zur QUELLE. Unterwegs: Hörexperimente. Dazu werden Haselstöcke in das leicht fließende Gewässer eingetaucht und mit dem anderen Ende an das Ohr gehalten. So übertragen sich die Geräusche des Wassers direkt auf das Trommelfell. Dann: die freiliegende, nicht  gefasste QUELLE.  Sie pulsierte wie das Herz eines Menschen. Ein besonderes Erlebnis, eine beeindruckende Erfahrung!

Wieder zurückgekommen wurden diverse Wasserexperimente  durchgeführt. Dazu dienten  u. a. die Wasserkoffer der Kreisbildstelle. Für die Teilnehmer  lagen Bücher, ausgewählte Filme und viel Informationsmaterial zur Unterrichtsgestaltung bereit.

Ein von Mechthild Greiner (Masseurin)lebendig erzähltes Wassermärchen „Das Wasser des Lebens“  von den Brüdern Grimm entführte dann alle in die Welt der Märchen und Mythen.

Und der zum Abschluss gezeigte Film „Unser Wissen ist ein Tropfen“ sollte dazu anregen, sich mit dem Thema Wasser weiter zu beschäftigen.

Alle Teilnehmer bekamen von der Wasserkarawane eine Mappe mit QUELLEN-Informationen für  Lehr- und Unterrichtsmaterial  mit auf den Weg.

Alles in allem war es ein sehr lebendiger Tag mit einem sprudelnden Austausch und wertvollen Informationen für Lehrerinnen und Lehrer,  die das Thema Wasser ihren Schülern näher bringen wollen.


28.07.2010 UN erklärt Anspruch auf reines Wasser zum Menschenrecht

Sauberes Wasser ist jetzt ein Menschenrecht. Die Vereinten Nationen haben den Anspruch auf reines Wasser in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen.

BMU Pressedienst Nr. 115/10 -- Internationales - Wasser

Röttgen: Menschenrecht auf Wasser ist ein wichtiges Signal -- Bundesumweltminister begrüßt Entscheidung der UN-Generalversammlung

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat gestern (28. Juli 2010) mit großer Mehrheit das Recht auf sicheres Trinkwasser und auf sanitäre Versorgung zu einem universellen Menschenrecht erklärt. Deutschland hat sich seit Jahren für eine solche Entscheidung eingesetzt und die von Bolivien und 33 weiteren Staaten eingebrachte Resolution unterstützt. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen begrüßte den Beschluss.

"Diese Entscheidung der UN-Generalversammlung ist ein wichtiges politisches Signal zur Halbzeit der UN-Wasserdekade. Sie unterstreicht die Verpflichtung der Staatengemeinschaft, aber auch jeder einzelnen Regierung, die Umsetzung der gesetzten Ziele bei der Verbesserung der Trinkwasserversorgung und vor allem bei der Sanitärversorgung der Bevölkerung weiter mit Nachdruck voranzutreiben. Wasser und seine nachhaltige Bewirtschaftung sind Grund-voraussetzungen für wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die Nahrungsmittelversorgung einer wachsenden Weltbevölkerung. Der Schutz dieser lebenswichtigen Ressource vor Übernutzung und Verunreinigung ist daher auch ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft. Deshalb sind und bleiben Wasser- und Gewässermanagement wichtige Themen unserer internationalen Zusammenarbeit", sagte Röttgen heute in Bonn.


12.07.2009  Internationaler Aufruf zur Unterstützung des Filmprojekts
Water makes money


Näheres als Download

Helfen Sie mit, dass ein kritischer Film zur fortschreitenden
Privatisierung unserer Lebensgrundlage WASSER entsteht!
Water makes money
Ein Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz, 82 Min.

Ein Film von unten“ – finanziert von denen, die ihn sehen wollen, die
damit aufklären wollen.

Investieren Sie in den Film „ Water makes money“, helfen Sie, ein Stück
Ihrer Zukunft zu sichern.
   
Aktuelles unter
www.watermakesmoney.com


Brief an die Geschäftsleitung des Zweckverbandes der Bodensee-Wasservorgung vom 05. Mai 2009

Cross-Border-Leasing ist Geschichte

Pressemitteilung vom 09.04.2009

Sehr geehrte Herren Stäbler und Dr. Mehlhorn,

Ihre Pressemitteilung über die Auflösung der Cross-Border-Leasing-Verträge erstaunt. Es wird dort vermerkt, dass der Verlust für die Bodensee-Wasser­versorgung nun doch kleiner ausgefallen ist als erwartet. Dass dieser Verlust aber aufgrund von unseriösen, unmoralischen Geschäften von den Geschäftsführern und den Verbandsmitgliedern verursacht wurde, davon steht nichts in Ihrem Text. Wir bezweifeln, dass die mitgeteilte Summe tat­sächlich die entstandenen Kosten deckt.

Dann dies noch positiv als Gewinn für den deutschen Fiskus darzustellen grenzt an Frechheit. Jetzt liest es sich so, als dass die Verantwortlichen der Bodensee-Wasserversorgung noch einen „Gewinn“ für den Bürger erwirt­schaftet haben. Der erhöhte Wasserpreis von 1,33 € pro Person und Jahr verblasst hinter den zuvor erwähnten möglichen Kosten.

Kein Wort der Entschuldigung, kein Bedauern, dass solche Geschäfte auf Kosten des Bürgers gemacht wurden. Wir Bürger haben uns nach dem Bekanntwerden der Vertragsabschlüsse zur Wehr gesetzt und die sofortige Auflösung der Verträge gefordert. Mit umfangreichen und aufwändigen Aktionen haben wir von der Initiative Wasserkarawane hier am Bodensee Aufklärungsarbeit geleistet. Wir haben Zeit und Geld investiert, für unsere Forderungen, dass Wasser als lebenswichtigstes Gut in die Hand der Bürger gehört und kein Spekulationsobjekt sein kann und darf!

Die Mitglieder des Zweckverbandes der Bodensee-Wasserversorgung sind zum größten Teil von uns Bürgern gewählt. Wir haben ihnen unser Vertrauen ausgesprochen. Dies wurde u. a. mit diesen undurchsichtigen Geschäften missbraucht. Und zu allem Übel müssen wir die Zeche auch noch bezahlen.Es würde einer ethisch moralischen Geschäftsführung anstehen, sich für die Schäden zu entschuldigen. Es ist ja noch einmal gut gegangen. Der Ausflug in die Welt der Global Player hätte auch wesentlich schlimmer enden können.

Wir erwarten von verantwortungsvollen Geschäftsführern und Verbandsmitgliedern, dass sie sich für unser Wohl einsetzen und nicht mit dem unersetz­lichen und lebenswichtigen Gut WASSER spielen.

Wir stellen Ihnen hier unsere noch offenen Fragen:

Wieso entstehen Kosten in Millionenhöhe, wenn Cross-Border-Leasing von den Behörden in den USA verboten und die Auflösung der Verträge zum 31.12.2008 gefordert wurde (Ohio-Urteil)?
Weshalb und warum bleibt ein innerdeutsches Darlehen zwischen der Landesbank Baden-Württemberg und der Bayerischen Landesbank bestehen? Welche Auswirkungen hat das? Über welche Summe lautet dieses Darlehen? Wir bitten um Vorlage einer beglaubigten Kopie dieses Darlehenvertrages.
Inwieweit garantieren uns die Verantwortlichen, dass in Zukunft auf spekulative Geschäfte mit Wasser verzichtet wird?

Wir erwarten Ihre Antwort bis zum 05. Juni 2009.


Artikel vom 19.02.09 in den STN gemeldet.
Autoeren: ANNETTE MOHL UND KONSTANTIN SCHWARZ

Wasserversorger steigen aus US-Leasing aus.
OB Schuster lehnt politische Verantwortung ab

Landes- und Bodenseewasserversorgung steigen vorzeitig aus ihrem Cross-Border-Leasing aus. Sie hatten Anlagen an einen US-Investor vermietet und zurückgemietet. Der Ausstieg kommt genauso teuer wie die andernfalls nötige Restrukturierung der Verträge. Daher steigt der Wasserpreis.

Das Angebot aus den USA, die Verträge aufzulösen, erreichte die Geschäftsführer der Verbände am Dienstag um 20.09 Uhr überraschend. Der Investor, die Wachovia-Bank, hatte zuvor gemauert. Die Wachovia war selbst erst vor Wochen im Zuge der US-Finanzkrise übernommen worden.

Um die Verträge aufzulösen, muss die Landeswasserversorgung (LW) 94 Millionen, die Bodenseewasserversorgung (BWV) 112 Millionen Euro zahlen. Der Großteil dieser Summen ist in Wertpapieren in den USA gebunden, der fehlende Rest muss zugeschossen werden. Der Ausstieg hat für den Verbandsvorsitzenden, den Stuttgarter OB Wolfgang Schuster (CDU), und die Mehrheit der Verbandsmitglieder oberste Priorität. „Das will doch keine Sau, dass dieses Damoklesschwert noch 20 Jahre über uns schwebt", sagte Schusters Stellvertreter, der Esslinger OB Jürgen Zieger (SPD). Die Verträge wären erst in 20 Jahren kündbar. Turbulenzen auf den Finanzmärkten hätten die Versorger zu einem kostenträchtigen Wechsel des US-Leasingpartners (AIG) und zum Wechsel von Wertpapieren auf US-Staatsanleihen gezwungen. Die Versammlungen stimmten fast geschlossen für den Ausstieg. Bis Freitag müssen die Versorger sich gegenüber Wachovia erklären.

Verworfen wurde der Vorschlag des Tübinger OB Boris Palmer (Grüne), die Verträge nicht mehr zu bedienen: Das Risiko, für 170 bis 200 Millionen US-Dollar wegen Vertragsbruchs geradestehen zu müssen, bewertete Schuster als zu hoch. Palmer war dagegen nicht bereit, „einen Freibrief zu unbekannten Kosten" zu erteilen. „Diese Entscheidung überlasse ich Ihnen nicht mehr in gutem Vertrauen", kritisierte er Schuster.

Auch bei einem Ausstieg müssen die Versorger, die bereits im November 50 Millionen Euro für die Umschichtung genehmigten, nachlegen. Die LW braucht nochmals rund elf, die BWV rund 13 Millionen Euro. Damit rutscht das Leasing mit zwölf Millionen Euro ins Minus.

Die Zweckverbände erhöhen wegen des Verlusts ihre Preise. Die LW schlägt um 2,34 Cent pro Kubikmeter, die BWV um 2,9 Cent auf. Es sei „sicher unrealistisch" zu glauben, dass die Endversorger den Aufschlag auffangen könnten, sagte Jürgen Zieger.

OB Schuster schlug im Esslinger Neckar-Forum zeitweise eine frostige Stimmung aus dem Plenum entgegen. Eine ganze Reihe von Bürgermeistern kritisierte die mangelnde Information der Verbände an ihre Mitgliedskommunen. Viele Bürgermeister standen deshalb ohne Mandat ihrer Gemeinderäte da, einige konnten nicht mitstimmen.

„Auf ein solches Risiko ist die Verbandsversammlung nicht hingewiesen worden", stellte Bernhard Richter, Bürgermeister von Reichenbach (Kreis Esslingen), fest. „Bei uns herrscht erhebliches Unbehagen, wir tappen im Dunkeln", bestätigte Angelika Matt-Heidecker (SPD), OB in Kirchheim /Teck.

Schorndorfs OB Matthias Klopfer (SPD) kritisierte Schuster direkt: „Ich hätte erwartet, dass Sie sich heute entschuldigen."

Schuster, der von den Verbandsmitgliedern im November 2008 für vier Jahre als Vorsitzender gewählt wurde, wich der Frage aus, ob er politisch die Verantwortung für das Minus-Geschäft übernehme. Das Cross-Border-Leasing sei „gemeinsam diskutiert, abgewogen und entschieden" worden, und zwar nicht, „ um uns persönliche Vorteile zu verschaffen". Es habe stattdessen „viel Arbeit, viel Ärger und viel Verlust" eingebracht. Jürgen Zieger sage dazu: „Politische Verantwortung für das Einfädeln dieses Geschäfts trage ich nicht." Er sei als Sprecher von Mitgliedern zuständig, „eine Lösung zu finden, wie man damit umgeht". Er habe aber auch kein Problem damit zu sagen: „Es tut mir leid." Der Lerneffekt werde „äußerst nachhaltig", sein.


Stuttgarter Zeitung 13.02.2009

Wasserversorger verschulden sich neu
70 Millionen Euro für Absicherung der Cross-Border-Leasing-Verträge - Wasserpreise steigen

Artikel zum Download


Stuttgarter Zeitung vom 25.11.2008
CBL-Geschäfte der Wasserversorger

Die Wasserpreise steigen infolge missglückter Geschäfte.

Sindelfingen - Die riskanten Cross-Border-Leasing-Geschäfte kommen für die Bodensee- und die Landeswasserversorgung mit mehr als 50 Millionen Euro noch teurer als befürchtet. Für Millionen Baden-Württemberger steigt der Preis für Trinkwasser.

Artikel zum Download Stuttgarter Zeitung


08.11.2008
SÜDKURIER
Horror im Mantel der Komödie
Artikel zum Download "Horror im Mantel der Komödie"


Das Blaue Wunder - Berliner Compagnie
Artikel zum Download


17.10.2008
Stuttgarter Zeitung
Wasserverbände prüfen den Ausstieg aus US-Leasing
Artikel zum Download


26.09.2008
Überlinger Wasserwerk Brünnensbach
Lesung mit Ossi Burger
"Fremde Wasser" von Wolfgang Schorlau
Pressetext zum Download


05.07.2007
Der ILISU-Staudamm
Züblins schmutziges Geschäft
Artikel zum Download

15.03.2007
"Das Wasser-Syndikat" von Jens Loewe
Buchneuerscheinung

Über dieses Buch:
Eines der brisantesten Themen unserer Zeit: Der unstillbare Wasserdurst der Großkonzerne und ihr Beutezug. Leere Haushaltskassen, marode Leitungsnetze, aber auch politischer Druck und kurzsichtiges Denken führen immer häufiger dazu, dass auch in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern die kommunale Trinkwasserversorgung privatisiert wird. Eine der wichtigsten Lebensgrundlagen des Menschen wird so zum Spielball multinationaler Konzerne und ihrer Profitgier. Doch nicht nur Gewinnprognosen in Milliardenhöhe erklären den Wettlauf der Global Player um die begrenzten Süßwasservorräte unserer Erde. Deren Kontrolle bedeutet auch Einfluss auf politische Entscheidungen. Aus der internationalen Erfahrung mit Privatisierungsprojekten und der Beteiligung an erfolgreichen Aktionen zu deren Verhinderung und Rückabwicklung beleuchtet Jens Loewe die Praktiken transnationaler Versorgungsunternehmen wie Coca Cola, RWE, Danone, Nestlé, Bechtel, EnBW und anderer Schwergewichte der Wasserbranche. Dabei werden die konkreten Folgen der Privatisierung deutlich, wie sie etwa in der künstlichen Verknappung und Minderung der Wasserqualität in vielen Regionen bereits spürbar sind. Aber auch andere Begleiterscheinungen der Kommerzialisierung des Trinkwassers werden drastisch vor Augen geführt: die Aushöhlung demokratischer Strukturen, Korruption und Tendenzen eines Neokolonialismus in der Dritten Welt. Lösungsansätze auf lokaler und globaler Ebene zeigen, was wir der "Enteignung" dieser lebenswichtigen Ressource entgegensetzen können.
ISBN 978-3-85636-190-7 - Pforte Verlag, Schweiz


22.11.2006 - Hamburger Abendblatt
Ex-Chef der Hamburger Wasserwerke kritisiert geplante Fusion
"Wasserwirtschaft braucht eigene Lobby"

Alterspräsident gegen Ausverkauf an Energiekonzerne. Versorgung dürfe nicht der Gewinnmaximierung ausgesetzt werden.

Hanno Hames schlägt Alarm. Der ehemalige langjährige Chef der Hamburger Wasserwerke (HWW) und heutige Alterspräsident der größten Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfachs (DVGW) sieht die Eigenständigkeit der deutschen Wasserwirtschaft in Gefahr. Er fürchtet, dass die großen Strom- und Gaserzeuger zunehmend Einfluss auf die Wasserversorgung nehmen könnten.

Artikel zum Download Abendblatt.pdf


11.10.2006
"Auslaufmodell Staat"

Dr. Erhard Eppler zu Gast bei der Wasserkarawane

Pressetext zum Download Auslaufmodell Staat.pdf


16.10.2006 - ZDF heute - mit Material von REUTERS
RWE verkauft Thames Water für zwölf Milliarden EURO

Australisches Konsortium übernimmt britischen Wasserversorger. Londons Bürger bekommen von der anderen Hemnisphäre der Erde ihr tägliches  Wasser zugewiesen. VerRückte Zuständigkeiten!

Gleichzeitig wütet in Australien ein riesiges Buschfeuer bei ungeheuerer Trockenheit, es fehlt Wasser nicht nur zum Löschen der Brände.
Mehr Infos RWE.pdf

 


08.08.2006 - Südkurier
Schutz fürs BLAUE Gold

Radolfzell (fw) "Bewegung fürs Wasser" - diesen Spruch haben sich sieben Frauen aus Überlingen zu Herzen genommen: Mit ihrer Initiative "Wasserkarawane" möchten sie die Menschen am See wachrütteln und dafür sorgen, dass in Zukunft sparsamer und vor allem verantwortungsbewusster mit dem "blauen Gold" umgegangen wird. Das Ziel der Frauen ist, mehr Bewusstsein für "unser Lebensmittel Nummer Eins" schaffen und gleichzeitig über Geschäfte mit dem Wasser informieren.  Ausführlicher Text Suedkurier.pdf


01.08.2006
Pressebericht über die Aktion 2006
Ausführlicher Text Wasserkarawane 2006.pdf


29.07.2006 - Frankfurter Rundschau
Die Sonne schlürft am Bodensee
Text als Download Frankfurter Rundschau.pdf


25.07.2006 - Spiegel
RWE-Tochter lässt gigantische Mengen Wasser versickern
Wassersituation in London
Spiegel 25.07.06.pdf  


01.06.2006 - Uwe Hoering

Der Markt als Wassermanager
Aufbau eines neuen Wasserregimes durch die Weltbank
Aus PERIPHERIE Nr. 101/102: "Eigentum: Aneignen - Enteignen - Nutzen", 26. Jg. 2006,
Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster, S. 21-42
Textals Download Wassermarkt.pdf


22.03.2006 - taz - Frank Kürschner Pelkmann

Alle 20 Jahre verdoppelt sich der Wasserverbrauch. Der Wasserverbrrauch wächst schneller als die Weltbevölkerung. Aber auf unserem Planeten vergrößern sich die Wasserverräte nicht. Wir haben immer gleich viel Wasser. Aber auch die Qualität des Wassers nimmt ab. Wir verseuchen, vergeuden und vergiften unser Wasser.
Pressetext als Download Wasserverbrauch.pdf  


Weltwassertag 2006 - 22. März
Wasserkarawane auf den Fähren Meersburg - Konstanz aktiv
Flyertext als Download  weltwassertag.pdf


Aktuelles zum Weltwassertag aus Hamburg
Pressetext als Download
Pressetext.pdf


US-Bürger wollen von RWE ihre Wasserversorgung zurück haben!
RWE will seine Wassersparte in den USA (American Water Works) nach nur dreijähriger Betätigung mit höchstmöglichem Profit verkaufen.
Die Bürger der betroffenen Bundesstaaten in den USA hingegen kämpfen um die Rekommunalisierung ihrer Wasserversorgung, weil die Erfahrungen mit dem Deutschen Multi-Utility-Konzern alles andere als befriedigend waren.
Ausführliche Infos als Download RWE US.pdf


Weltwasserforum 16. - 22. März 2006 in Mexico
Infos dazu von Brot für die Welt  unter www.menschen-recht-wasser.de


taz vom 14.2.2006, S. 9, 171 Z. (TAZ-Bericht), WERNER RÜGEMER

Städte fürchten US-Investoren -Viele Städte verkauften ihre Infrastruktur an amerikanische Geldgeber - und müssen jetzt bei jeder Baumaßnahme Angst vor deren Schadenersatzforderungen haben.

KÖLN taz  26 Städte haben es einst gewagt: Mit neumodischen "Cross Border Leasing"-Verträgen wollten sie ihre Kassen aufbessern. Doch inzwischen werden die Risiken dieser Finanzierungsmethode immer unüberschaubarer. Nun hoffen 25 Städte auf Selbsthilfe; eilig haben sie eine Notgemeinschaft "CBL-Netzwerk des Deutschen Städtetages" gegründet. Dabei schien Cross Border Leasing so faszinierend simpel: Von 1994 bis 2004 haben die Städte etwa 150 Leasingverträge abgeschlossen und für 100 Jahre ihre Kanalisationen, Messehallen, Wasserwerke, U-Bahnen oder Schienennetze an US-Investoren verkauft - seither mieten sie die Einrichtungen zurück.

Die amerikanischen Investoren griffen gern zu, konnten sie doch diese Transaktionen als Auslandsinvestition deklarieren und damit die Steuern auf ihre sonstigen Gewinne reduzieren. Doch im November 2004 stoppte der US-Kongress diese missbräuchliche Steuergestaltung. Seither klopfen die US-Steuerbehörden alle Verträge darauf ab, ob es sich um Scheingeschäfte handelt. Die Investoren haben pro Vertrag zwischen 150 Millionen und 1,5 Milliarden US-Dollar langfristig gebunden. Nun wollen sie aussteigen, möglichst zu Lasten der Städte. Bei zahllosen Verwaltungsakten müssen diese nun aufpassen, dass sie den Investoren keinen Grund für Kündigung und Schadenersatzansprüche liefern.

Ohne Rechtsbeistand ist dies kaum noch zu leisten. Für "fachanwaltlichen Rat" hat Recklinghausen 2005 "überplanmäßige Ausgaben" von 6.286 Euro ausgewiesen. Recklinghausen hat 2003 seine Kanalisation an einen US-Investor verkauft und mietet sie seitdem zurück. Nun heißt es aufpassen, um dem Investor keinen Vorwand zu liefern: So musste sich Recklinghausen etwa beraten lassen, als die Stadt das Grundstück eines Tierheims an den bisherigen Pächter verkaufen wollte. Problematisch wurde es auch, als sie für die Farbenfabrik Scholz eine kurze Werkstraße anlegen wollte. Wann immer ein Grundstück betroffen ist, unter dem die Kanalisation verläuft, muss der Investor jede kleine Veränderung genehmigen. Recklinghausen ist der CBL-Notgemeinschaft im Städtetag beigetreten und hat im Haushalt 2006 dafür eine Art Mitgliedsbeitrag von 15.000 Euro eingeplant.

Davon dürfte auch die Düsseldorfer Beratungsfirma "DueFinance" profitieren. Einst hat sie Städte beim Cross Border Leasing beraten; jetzt bietet sie - wieder gegen Honorar - eine "Risiko-Inventur" an. Dazu gehören auch Tipps, "wie mit Bürger- und Presseanfragen umzugehen ist".

Auch die Berliner Verkehrsbetriebe betreiben inzwischen Risikomanagement: Sie haben zahlreiche U-Bahnen verkauft und unterhalten seit 2004 "laufend engen Kontakt mit führenden deutschen und US-amerikanischen Anwaltskanzleien, den beteiligten Vertragsparteien sowie namhaften Arrangeuren". Die Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe und der Leipziger Kommunalen Wasserwerke sind schon mehrmals nach New York und Chicago geflogen, um mit den sieben verschiedenen Investoren über die Beendigung der Verträge zu verhandeln - bisher erfolglos.

Die Investoren wissen natürlich, dass deutsche Städte hoch verschuldet und unsichere Zahler sind. Die CBL-Verträge regeln dieses Risiko: Wenn die Städte ihre Leasingraten für das Rückmieten der Straßenbahnen und Wasserwerke nicht mehr aufbringen können, müssen die jeweiligen Bundesländer einspringen. Deshalb muss auch die Zahlungsfähigkeit der Bundesländer ständig überwacht werden. Das tun die Rating-Agenturen wie Standard & Poor's. Sinkt die Bonitätseinstufung (Rating) der Bundesländer, müssen die Städte zusätzliche Sicherheiten beibringen. So sank beispielsweise das Rating für Nordrhein-Westfalen Ende 2004 wegen weiterer Schulden; damals musste die Stadt Köln dem Investor John Hancock das Recht einräumen, die verleasten Messehallen notfalls selbst zu betreiben. Das steht jetzt im Kölner Grundbuch.

In Stuttgart teilte die Verwaltung den überraschten Ratsmitgliedern mit, dass die seit langem geplante neue Neckarbrücke nicht gebaut werden kann. Da sie teilweise über das Grundstück der verkauften und zurückgemieteten Kläranlage Stuttgart-Mühlhausen verlaufen würde, wäre das "ein dauerhafter Eingriff in den Vermögenswert". Das Risiko von Schadenersatzansprüchen des Investors in Millionenhöhe könne nur vermieden werden, wenn "wir darauf verzichten, die Trasse über das Grundstück des Hauptklärwerks zu führen". Eine Ersatzlösung wird vermutlich zum Verlustgeschäft.

Werner Zurnieden, "Projektleiter Sonderfinanzierungen" bei den Dortmunder Stadtwerken, sieht die Probleme beim Cross Border Leasing. Aber er und seine Kollegen haben das nächste Abenteuer fest im Blick: Die Erfahrungen aus Cross Border Leasing "lassen sich wiederverwenden" - für Public Private Partnership.


14. Januar 2006 - Südkurier
WASSER unter Hammer - Filmmatinee in der Cinegreth in Überlingen
Eine Dokumentation über die Privatisierung von Wasser zeigt die Initiative Wasserkarawane am Samstag, 21. Januar. Der Film von Leslie Franke und Hermann Lorenz zeigt vor dem Hintergrund englischer Privatisierungserfahrungen den Gang des "Big Deal" in verschiedenen deutschen Städten. Im Film zeigt sich überall das gleiche Bild: Die Versilberung des lebensnotwendigen Nass führt zu Erhöhung der Gebühren, zu Arbeitsplatzabbau, Vernachlässigung von notwendigen Investitionen und bedrohlich sinkender Wasserqualität. Wasser dient bei den Managern privatisierter Trinkwasserversorgungen offenbar nur zum Geldverdienen und der Steigerung der Rendite und Effektivität.

In Deutschland ist Wasser nach den Berichten der Initiative bisher noch fast überall ein öffentliches, kommunal verwaltetes Gut. Doch seit deutsche Gemeinde in Schulden versinken und die EU auf Liberalisierung dränge, schreite die Privatisierung der Quelle allen Lebens auch hierzulande voran. In vielen deutschen Städten stehe ein scheinbar profitabler Verkauf der meist sehr gut gewarteten Wasserwerke zur Debatte. Akteure der großen Wasser-Geschäfte seien meist internationale Unternehmen. In einer Welt, in der alles privatisiert wird, müssen nach Meinung der Initiative die Bürger klare und eindeutige Grenzen um jene Bereiche ziehen, die lebenswichtig oder für die Wahrung der sozialen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit notwendig sind. Die Initiative ist der Meinung: "Wasser gehört in die Hand der Bürgerschaft". Wer das Wasser besitzt, habe die Macht über das wichtigste Lebensmittel. Ohne Wasser seien Menschen erpressbar - und bezahlen jeden Preis."

Die Vorstellung war ausverkauft!!!!

Gezeigt wurde der Film u. a. auch im Salemer Haus. Weitere Vorstellungen im Bodenseeraum folgen.


29. September 2005
FAZ
Der mit rund 213.000 Euro dotierte „Alternative Nobelpreis” geht in diesem Jahr an Menschenrechts- und Umweltaktivisten in Kanada, Malaysia und Botswana. Das gab die Right-Livelihood-Stiftung des Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll am Donnerstag in Stockholm bekannt.Die Verleihung findet findet am 9. Dezember in Stockholm statt, einen Tag vor der Übergabe des Friedensnobelpreises. Offiziell heißt der Preis Right Livelihood Award. Zu den Preisträgern 2005 gehören die Kanadier Maude Barlow (58) und Tony Clarke(60), die sich für ein Recht auf Wasser einsetzen und eine Privatisierung der Wasserversorgung ablehnen. Mit ihrem Buch „Blaues Gold” über weltweite Geschäfte mit Wasser wurden sie international bekannt. Die beiden Globalisierungskritiker setzen sich seit Jahren für gerechtere Welthandelsstrukturen ein, unter anderem bei Kampagnen zu den gescheiterten Ministerkonferenzen der Welthandelsorganisation in Seattle 1999 und Cancún 2003.


05.09.2005
Abschließende Pressemitteilung über die Wasserkarawane 2005
  Pressetext.pdf


8.08. - 03.09.2005
SCHWÄBISCHE ZEITUNG
berichtet über Friedrichshafen - Wasserburg - Lindau
 Zusammenfassung Artikel.pdf


04. September 2005
Das WASSSERfest in Bregenz bildete den Abschluss der Karawane um den BodenSEE.
Bericht über die Aktion 2005.pdf


18.06.2005 Südkurier
Wasser? Marsch! - Wasserkarawane macht sich auf den Weg.
Artikel Südkurier.pdf


09.06.2005 - 20.00 Uhr
Salem College in Überlingen - Vortrag "Wasser, jenseits von H2O mit Minnie Hein, Biosynergetikerin und Wasserforscherin vom Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen an der Universität Stuttgart

Minnie Hein bot den ca. 120 Besuchern im Salem College mit ihrem Vortrag spannende zwei Stunden und wundersame Einblicke in das Innenleben des Wassers. Ihre Mikroskopbilder zeigten Strukturen, die an Blätter oder Gräser erinnern, an die Kraterlandschaft eines Jupitermonds oder an die Mandalas buddithistischer Mönche. Die Bilder vermitteln die Botschaft, dass Wasser die Fähigkeit besitzt Informationen zu speichern, auf menschliche Gefühle zu reagieren oder gar mit andern Flüssigkeiten zu kommunizieren.Seit 1999 erforscht Minnie Hein faszinierende Phänomene bei Wassertropfen. Tropfen auf einen Objektträger aufgebracht und unter dem Dunkelfeldmikroskop untersucht, offenbaren nicht nur im dynamischen Abtrocknungsprozess, sondern auch als Trockenreste der Mineralstoffe und Spurenelemente, komplexe und äußerst vielfältige Strukturen, die eine eigene "Welt im Tropfen" sichtbar werden lassen.  


25.-29.05.2005
Kirchentag in Hannover
Die Städtinitiativen von "Wasser in Bürgerhand" waren im Rahmen einer Gesamtpräsentatiton von "Brot für die Welt" zum Thema WASSER in Halle 2 vertreten. Auch die Wasserkarawane informierte über ihr Vorhaben.


30.04.2005
2. Internationale attac-Bodensee-Konferenz
Am 30. April 2005 wurde die internationale Zusammenarbeit der globalisierungskritischen Bewegungen rund um den Bodensee weitergeführt und in Lindau das  2. internationale-attac-bodensee-treffen organisiert. Diesmal stand das Treffen unter dem Motto: "Wasser ist ein Menschenrecht und keine Ware". Als eines der Ergebnisse wird attac Bodensee eine Schlußveranstaltung zur Bodensee-Wasserkarawane auf die Beine stellen. InitiatorInnen der Wasserkarawane haben ihre konkreten Vorstellungen zum Programmablauf vorgestellt.
Presseartikel "attac will "bisschen Sand im Getriebe sein"
Pressebericht.pdf


22.03.2005
Weltwassertag
Der Weltwassertag 2005 stand unter dem Motto "Wasser für das Leben" und sollte daran erinnern, dass unsere Wasserversorgung und der Ausbau der Abwasserentsorgung nicht als Selbstverständlichkeit anzusehen sind. Der Schutz unserer Wasservorkommen und deren nachhaltige Nutzung - man soll nur soviel sauberes Wasser verbrauchen wie die Natur uns wiedergibt - sollte am Weltwassertag ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden. Die Wasserkarawane war in der Überlinger Fußgängerzone mit einem Infostand präsent.
Weltwassertag.pdf


06.11.2004
Wasser ist keine Ware! Widerstand gegen die Privatisierung der Wasserwirtschaft in Südafrika.
Eddie Cottle der ehem. Direktor des ländlichen Entwicklungsnetzes berichtet über die Situation im seinem Land.
Veranstaltung mit attac Konstanz
Free Water for All.pdf


23.09.2004
Podiumsdiskussion "Verkaufen wir unser Trinkwasser an die USA? - Das Cross-Border-Leasing als Wohltat oder Wagnis?"
mit Ortwin Rau, stellvertretender kaufmännischer Geschäftsführer der BWV, Jens Loewe vom Wasserforum Stuttgart und der Waldorfschüler Achim Bähler; Gesprächsleitung Martin Hennings, stellvertretender Redaktionsleiter der Schwäbischen Zeitung in Friedrichshafen.
Schwaebische Zeitung 23.09.2004.pdf


16.08.2004
Nach 50 Jahren droht die Privatisierung der Bodensee-Wasser-Versorgung
Pressemittlung
presse.pdf



24.07.2004
Besichtigung der Wasseraufbereitungsanlage der Bodensee-Wasser-Versorgung
Bericht von Cordula Siegel
Besuch BWV 24.07.04.pdf



19.06.2004
Nürnberger Nachrichten "Leasing-Deals sind tot"
Nürnberger Nachrichten CBL Juni04.pdf



17.06.2004
Südkurier - Wasser als "Blaues Gold"
Vortrag mit Maude Barlow über das globale Geschäft mit dem Wasser im Rahmen des Wasserfestivals in Überlingen
Südkurier_170604.pdf



15.03.2004
EU-Kommision stellt Zweckverbände in Frage
Medien Information der NOW zum Weltwassertag
NOW.15.03.04.pdf


08.02.2004
Open-Space-Conference Wasserkarawane - Dokumentation
Dokumentation Wasserkarawane.pdf